Siegeln und Fälschen #
Das Siegeln stellt sicher, dass der Brief nicht unrechtmäßig geöffnet wird. Diese Methode hat allerdings ihre Schwächen... Und Briefe zu fälschen ist - wie schon vorgekommen - auch keine Schwierigkeit.
Zwar sollte ein rechtschaffener Charakter nicht unbedingt fremde Briefe öffnen oder falsche versenden, aber manchmal - insbesonders für weniger aufrichtige Wesen - wird es doch notwendig. Die folgenden Tipps helfen, das unauffällig zu tun. Bitte überlege aber vorher, ob dein Charakter a) die Möglichkeiten dazu hätte (Finanzmittel etc.), b) geschickt und geübt genug ist und c) das wirklich täte!
Briefe siegeln #
Das Material #
Siegelwachs oder Siegellack erhält man in vielen Bastelgeschäften, aber auch in Schlüsselläden und Gravurstellen, seltener in Geschenke-Läden. Die passenden Siegel gibt es meistens ebenfalls dort. Je nach Qualität der Petschaft (des eigentlichen Siegelstempels) ergeben sich unterschiedlich schöne Siegel. Man sollte auf scharfe Kanten des Siegels achten, weiche schnitte lassen zwar ein leichteres Ablösen zu, verwischen aber die Details der Petschaft.Auch Ringe eigenen sich zum Siegeln, wenn sie ein entsprechend tiefes und klares Muster aufzuweisen haben.
Siegelwachs bricht nicht so leicht, hinterlässt dafür aber hin und wieder typische Wachsflecken und drückt sich zudem leicht durch das Papier durch. Allerdings ergeben sich selten so intensive Flecken wie bei Kerzenwachs.
Siegellack hingegen glänzt kräftiger, riecht intensiver beim Erwärmen und verklebt häufig stark mit dem Papier, so dass Korrekturen wirklich schwer möglich sind. Außerdem geschieht es häufig, dass der Empfänger beim Öffnen den Brief zerreißt.
Kerzenwachs ist sehr günstig, aber auch sehr spröde. Es hinterlässt generell Flecken, die sich häufig auch durch mehrere Papierschichten hindurch abzeichnen.
Granulate lassen sich ebenfall recht komfortabel verwenden, auch Reste der Wachse lassen sich dafür heranziehen.
Siegelbarren mit Docht machen zwar eine Kerze überflüssig, kleckern und riechen aber sehr stark, da das Wachs oder der Lack nahe des Dochtes verbrennt.
Für besondere Effekte gibt es verschiedene Pulver, die im Wachs eingesiegelt werden können.
Wie macht mans? #
Zunächst legt man alle Gerätschaften bereit, man braucht: Eine Kerze, den Barren, das eigentlich Siegel, den Brief.Über einer Kerze erwärmt man das Siegelwachs. Ca. 3-5 cm über der eigentlichen Flamme reicht z.T. vollkommen aus. Das Material sollte weich sein, kurz vorm Tropfen. Durch Hin-und Herdrehen des Barrens erreicht man, dass eine gleichmäßige Durchwärmung der Spitze möglich ist und man nicht nachsetzen muss. Das Wachs bleibt auch nach dem Aufbringen für einige Sekunden weich, so dass man Mengen ergänzen kann.
Unmittelbar nachdem das Siegelwachs auf dem Brief aufgebracht ist, wird die Petschaft senkrecht von oben in das Material gedrückt. Ist die Petschaft vor dem Siegeln kalt, kann man sie nahezu direkt danach wieder entfernen. Andernfalls empfiehlt es sich, sie einen Moment im Wachs zu lassen und erst nach dem Erkalten abzunehmen.
Dünne Enden und matte Stellen kann man durch vorsichtigen Kontakt mit der Kerze ein wenig ausgleichen.
Besondere Verfahren #
Neben bestimmten Richtungen, die man durch ein leicht schiefes Aufsetzen der Petschaft erreichen kann, können auch Farbmerkmale der Siegel interessant sein. Neben Rußspuren, gibt es auch farbige Siegelwachse, Metallic-Pulver und ähnliche Dinge, die ein individuelles und nicht reproduzierbares Muster ergeben.Mit andersfarbigem Siegelwachs lassen sich mehrfarbige, zweiteilige oder geschichtete Siegel herstellen, die neben einem Wiedererkennungswert auch individuelle Merkmale haben.
Pulver (s.o.), zumeist "Metallic", werden aufgebracht, indem die Petschaft vor dem Siegeln vorsichtig in das Pulver getaucht und dann damit in das heiße Wachs gesiegelt wird. Das Pulver setzt sich in dem weichen Wachs fest.
Ruß im Siegelwachs bildet manchmal sehr interessante Muster. Man erreicht dieses durch zu intensiven Kontakt mit der Kerze (bis hin zum Brennen des Wachses). Das Wachs sitzt dann u.U. deutlich fester auf dem Papier des Briefes, wenn es beinahe brennend gesiegelt wird. Es handelte sich früher mehr oder minder eine Beleidigung, da erkennbar wurde, dass das Siegel zumeist schnell und nachlässig gefertig war.
Lesen - ohne zu öffnen #
Licht #
Durch dünne Briefe kann man durch Verwendung einer starken Lichtquelle hindurchschauen. Mit etwas Glück liegen die Zeilen nicht direkt übereinander, so dass manalle Teile des Textes lesen kann.Faltbriefe #
Unter Briefe falten und sichern ist beschrieben, wie man solche Briefe sichert.Hat man jedoch einen ungesicherten Brief ohne Siegel, brauch tman nur die Faltreihenfolge beim Auseianderfalten zu memorieren und kann ihn unbemerkt öffnen. Briefe mit Siegel lassen sich häufig durch vorsichtiges Biegen zumindest zum Teil lesen: Beschriebene, nach innen offene Falten ermöglichen ein Spionieren.
Öffnen und Fälschen #
Siegel entfernen und wieder anbringen #
Dickere Siegel kann man mit einem Messer entfernen, indem man es einfach vorsichtig zwischen Papier und Siegel schiebt. Insbesondere das billige Siegelwachs löst sich - wie normales Kerzenwachs - leicht vom Papier, wenn man das Papier ein wenig knickt. Siegellack nimmt meistens die erste Papierschicht mit und bricht sehr leicht. Die Methode, einen heißen Draht zu verwenden, ist fehleranfällig, aber im Zweifelsfall auch einen Versuch wert.Dabei bleiben jedoch nahezu immer Spuren. Siegelwachs färbt nahezu immer das Papier an, es bleibt ein Fleck zurück. Billige Wachse tränken das Papier zusätzlich und ergeben damit einen Wachsfleck. Teures Siegelwachs oder der echte Siegellack verkleben fest mit dem Papier und geben Rissstellen, das Risiko, dass der Brief reißt, ist hoch. Entfernte Siegel sollten also immer wieder angebracht oder die Stelle überdeckt werden.
Entfernte Siegel kann man wieder "ankleben". Selten eignet sich dazu einfacher Kleber, auch, weil man diesen durch mangelhaften Halt, Kleberrückstände und Geruch identifizieren kann. In den meisten Fällen jedoch, inbesondere, wenn es sich um ein dickeres Siegel handelt, kann es auf der Rückseite erhitzt und mit dem flüssigen Wachs wieder "angeklebt" werden. Auhc ein Tupfen Siegellack kann diesen Dienst übernehmen.
Dem aufmerksamen Beobachter dürften gebrochene Ränder oder doppelte Siegelränder auffallen.
Siegel fälschen #
Für ein gefälschtes Siegel benötigt man zuerst eine Vorstellung der zu fälschenden Petschaft oder das originale Siegel, das dupliziert werden soll. Mit verschiedenen Massen (Gips, Fimo, u.a.) kann ein Abdruck erstellt werden. Entweder man arbeitet direkt mit diesem Abdruck oder lässt sich (teuer...) eine Petschaft entsprechend nacharbeiten.Für eine reine Kopie beim Fachmann reicht es u.U. auch, das Siegel mit Papier und Bleistift abzuschraffieren, d.h. das Papier auf das Siegel legen und durch flaches Schraffieren die erhaben Stellen nachzuzeichnen. Das eignet sich nicht für mehrstufige oder sehr feingezeichnete Siegel.
Typische Darstellungen (Lilie, Feder&Tinte, Stern,...) sollten mit Rücksicht auf die Mitspieler nicht oder nur mit Rücksprache mit der Spielleitung gefälscht werden, da man die Fälschung auch mit Fachkenntnissen sehr schwer erkennen kann.
Verklebungen öffnen und wieder verschließen #
Der Klassiker ist, den Brief mit Wasserdampf zu öffnen. Das Wasser weicht die Verklebung auf. Jedoch ist das Risiko hoch, dass das Papier Wasserflecken oder Wellen bekommt.Einfache Kleber, wie Holzleim, Mastix (Briefmarken und ähnliche Gummierungen) oder simple Bastelkleber, sind häufig nach dem Trocknen brüchig und lassen daher zu, dass die Oberflächen z.B. mit einem Messer und etwas Bewegung zu trennen sind.
Man sollte beim Versuch des Öffnen immer daran denken, dass ein Briefumschlag auch andere Nahtstellen als die obere Verschlusslasche hat.
Tesafilm kann mit Lösungsmitteln angelöst und dann abgezogen werden. Das allerdings ist eine Kunst für sich, da der Streifen danach zwar wieder angebracht werden kann, jedoch nur schwer Spuren auf dem Film zu vermeiden sind.
Beim Verschließen sollte man darauf achten, nicht mehr Kleber als unbedingt nötig zu verwenden, im Idealfall nur den, der bereits am Brief befindlich war. Gummierungen lassen sich mit etwas Feuchtigkeit sehr leicht wieder verkleben.
Dem Wellen des Papiers kann man mit schweren Büchern entgegentreten, sobald man Möglichkeit dazu hat, dieses Pressen lange genug durchzuführen.
Quellen und Inspirationen #
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